SVG In Christus

Bibelinterpretation / Galater 5:4

Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen.

Der Galaterbrief entstand in einer Zeit der Uneinigkeit unter Gläubigen, die mit dem Spannungsfeld zwischen ihrem christlichen Glauben und der jüdischen Tradition rangen. In diesem Zusammenhang wendet sich Galater 5:4 an jene, die sich von der Gnade Gottes abgewandt hatten und in die Falle getappt waren, sich auf die gesetzliche Befolgung des Gesetzes zu verlassen.

Mit dem „Gesetz“ sind hier die Riten und Vorschriften der jüdischen Tradition gemeint, die einige Gläubige in Galatien zu befolgen suchten, um vor Gott gerechtfertigt zu sein. Doch Paulus warnt sie: Sich um der Gesetzeserfüllung willen von Christus zu trennen, kommt einer Ablehnung der Freiheit und Liebe gleich, die durch die göttliche Gnade geschenkt werden.

Gedanken zur göttlichen Gnade

Die göttliche Gnade ist ein zentraler Pfeiler des Christentums und erinnert uns an Gottes bedingungslose Liebe zu seinen Kindern. Gnade lässt sich nicht verdienen; vielmehr wird sie uns als freies Geschenk angeboten. Sie ist also nichts, was wir uns durch eigenes Handeln oder eigene Anstrengungen erarbeiten müssten.

Es ist leicht, in die Falle des Gesetzlichkeitsdenkens und der bloßen Befolgung religiöser Riten und Bräuche zu tappen – doch diese bringen uns Gott nicht näher. Im Gegenteil: Die Gnade erinnert uns daran, dass wir nichts tun müssen, um uns Gottes Liebe zu verdienen, denn wir besitzen sie bereits. Die göttliche Gnade befreit uns aus der Knechtschaft des Gesetzes und ermöglicht es uns, in der Freiheit zu leben, die Christus uns geschenkt hat.

Buch: Neues Testament / Galater
Themen: gnade, Jesus, gesetz, gerechtigkeit
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