Bibelinterpretation / Kolosser 3:9-10
In diesen Versen ermahnt uns der Apostel Paulus, einander nicht zu belügen, und erinnert uns daran, dass wir unser altes, sündiges Wesen samt seinen Taten ablegen müssen. Diese Anweisung verdeutlicht, welchen hohen Stellenwert die Bibel der Ehrlichkeit und Wahrheit beimisst und wie Christen ein neues Wesen widerspiegeln sollen, das unehrliches Verhalten ausschließt.
Lügen in der Bibel
Lügen steht im direkten Widerspruch zur Wahrheit – einer Wahrheit, die für das Wesen unseres himmlischen Vaters von zentraler Bedeutung ist. Die Bibel verurteilt Lügen und Unwahrheit immer wieder; dies ist kein rein neutestamentliches Konzept, sondern ein Thema, das sich durch beide Teile der Schrift zieht. Man denke nur an Sprüche 12:22: „Lügenmäuler sind dem HERRN ein Gräuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm.“
Das Ablegen des alten Menschen
Wenn der Apostel Paulus vom „alten Menschen“ (oder dem „alten Selbst“) spricht, meint er damit, dass der Christ das alte, sündige Wesen, das Gott zuwider ist, ablegen muss. Dieses Ablegen des alten Menschen wurde durch das Werk Christi am Kreuz ermöglicht, wo Er unsere Sünden trug und uns seine Gerechtigkeit zuteilwerden ließ. Auch wenn dieser Prozess nur durch den Glauben an Jesus möglich wird, erfordert er Anstrengung und Hingabe seitens des Gläubigen, damit sein Leben die erfahrene Wandlung widerspiegelt.
Der neue Mensch, erneuert in der Erkenntnis
Das Konzept der „Erneuerung“ ist entscheidend, da es den Wandlungsprozess widerspiegelt, den ein Gläubiger in Christus durchläuft. Es handelt sich dabei nicht um eine flüchtige Veränderung, sondern um einen fortlaufenden Prozess, in dem wir den alten Menschen zunehmend ablegen und uns mit dem neuen Menschen bekleiden. Dieser Erneuerungsprozess ist weder etwas, das wir aus eigener Kraft vollbringen, noch etwas, das automatisch geschieht. Der Zusatz „in der Erkenntnis“ deutet darauf hin, dass Erneuerung nur dann stattfindet, wenn wir uns mit der Quelle aller Erkenntnis verbinden: mit Gott.
Erneuerung bringt eine Veränderung unserer Denkweise mit sich; diese Wandlung kann nur geschehen, wenn wir mit unserem Schöpfer versöhnt sind und zulassen, dass sein Geist unsere Schritte lenkt.
Nach dem Ebenbild dessen, der ihn erschaffen hat
Dies bezieht sich darauf, dass wir unserem Schöpfer immer ähnlicher werden, während wir den neuen Menschen anlegen. Das Konzept des „Ebenbildes des Schöpfers“ beruht darauf, dass Gott den Menschen nach seinem eigenen Bild und Gleichnis erschaffen hat; dies impliziert, dass wir die einzigartige Fähigkeit besitzen, seine Eigenschaften und Wesenszüge widerzuspiegeln.