Bibelinterpretation / Hiob 19:25
Das Buch Hiob gehört zu den ältesten Büchern der Bibel und behandelt bedeutende Themen wie Leid, Glaube und Hoffnung. In Kapitel 19 bringt Hiob seinen tiefen Schmerz und seine Trauer über den Verlust seiner Familie, seiner Gesundheit und seines Vermögens zum Ausdruck. Trotz allem, was er durchmacht, hält Hiob an der Hoffnung fest – der Gewissheit, dass sein Erlöser lebt und ihn retten wird.
Wer ist Hiobs Erlöser?
Das Wort „Erlöser“ stammt von dem hebräischen Begriff „goel“ ab. Dieser bezeichnete ein nahes Familienmitglied, dessen Aufgabe es war, etwas oder jemanden, das bzw. der verloren gegangen oder gestohlen worden war, zurückzugewinnen oder auszulösen. Im biblischen Kontext war ein solcher Erlöser verpflichtet, einen Sklaven freizukaufen, Grundbesitz zurückzuerwerben oder die Rechte eines getöteten Verwandten zu verteidigen.
In Hiobs Fall war sein Erlöser kein menschlicher Verwandter, sondern Gott selbst. Hiob glaubte, dass nur Gott ihn aus dem Leid befreien, seine Verluste ausgleichen und seine Würde wiederherstellen könne. Dieser Glaube stützte sich auf ein festes theologisches Fundament im Gesetz des Mose, das Gott als den alleinigen Eigentümer der gesamten Schöpfung sowie als Beschützer der Unterdrückten und Bedürftigen auswies.